FRANKFURT | Sportlich könnte die Saison für die Frankfurter Eishockey-Löwen kaum besser laufen. Am letzten Spieltag der DEL2-Hauptrunde kletterten die Löwen auf den ersten Tabellenplatz. Wirtschaftlich sieht die Situation deutlich schlechter aus. Nachdem sich der Club umgehend nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine von seinem Hauptsponsor – der VTB Bank, die die zweitgrößte russische Staatsbank ist – getrennt hat, ist ein großes Loch in der Vereinskasse entstanden.
Dennoch ist es Löwen-Boss Andreas Stracke und seinem Team gelungen substanzielle Unterstützung in der finanziell kritischen Situation zu bekommen. Die durch den Sponsorenausfall entstandene Finanzierungslücke der laufenden DEL2-Saison 2021/2022 ist gedeckt.
Initiiert von Frankfurt Main Finance springen Mitglieder und Unterstützer der Finanzplatzinitiative ein, um die Finanzierungslücke bis zum Saisonende der Löwen Frankfurt zu schließen. Die Deutsche Bank, Frankfurter Volksbank, Helaba, ING Deutschland, Metzler, Oliver Wyman und ValueBridge haben kurzfristig ihre unbürokratische finanzielle Hilfe zugesagt. Mit weiteren Finanzplatzakteuren ist Der Verein im Gespräch, insbesondere um die ebenfalls vakanten Sponsorenplätze für die nächste Spielzeit zu besetzen und damit die Lizensierung für die Saison 2022/2023 sicherzustellen.
„Die spontane Hilfsbereitschaft des Finanzplatzes ist überwältigend und macht uns Mut, wir sind allen Beteiligten daher sehr dankbar. Durch die neue Unterstützung können wir uns vorerst wieder mehr auf Eishockey und die Aufstiegsrunde (Playoffs) konzentrieren. Die Situation bleibt für unseren Club hinsichtlich zukünftiger Saisons aber kritisch – nach wie vor ist, ohne Berücksichtigung der Spielklasse, hier absolut noch nichts sicher“, sagt Stefan Kramer, Geschäftsführender Gesellschafter der Löwen Frankfurt Eishockey-Betriebs GmbH.
„Die Löwen Frankfurt befanden sich in einer außergewöhnlichen Situation, in der die Akteure am Finanzplatz gefordert waren. Daher rührt auch die große Bereitschaft zur Unterstützung der Löwen Frankfurt, “, sagt Gerhard Wiesheu, Präsident von Frankfurt Main Finance.
Im DER FRANKFURTER Interview meint Geschäftsführer Andreas Stracke „Die Löwen Frankfurt stehen für bestimmte Werte. Wir stehen für Frieden und auch für den Dialog, um Lösungen zu finden. Das haben wir bei den vergangenen Spielen auch auf unseren Trikots gezeigt (Anm. d. Red. Anstelle des russischen Sponsors hatten die Löwen den Schriftzug PEACE auf ihre Trikots und Banden gedruckt). Wir wissen allerdings auch, dass die finanzielle Situation für uns jetzt eine Katastrophe ist.“
Die Fans haben ihre Löwen dabei nicht allein gelassen und kurzerhand ein Crowdfunding gestartet. Auch einige ortsansässige Banken und Partner haben Gelder gesammelt. Hierbei ist die Rede von rund 500.000 Euro. „Wir führen derzeit mehrere Gespräche mit Unter-nehmen. Eine Unterschrift unter einem Sponsorenvertrag gibt es aktuell aber noch nicht“, so Löwen-Boss Stracke weiter.
Nach dem furiosen 7:0 Heimsieg im letzten Spiel der DEL2-Hauptrunde gehen die Löwen als Tabellenerster in die anstehenden Playoff-Spiele. Das Ziel ist der Aufstieg in die erste Eishockeyliga. Dafür hat sich der Club ein eigenes Aufstiegs-Motto überlegt. Unter dem Slogan „Löwen on Fire“ will das Team den Aufstieg schaffen.
Ab dem 16. März geht es jetzt in die Playoff-Spiele. Die Löwen Frankfurt warten noch auf ihren Viertelfinalgegner. Dieser wird bis dahin in einer Vorrunde ermittelt.
(Text und Foto: TS)








