Mehr Mitglieder, starkes Ehrenamt – aber steigender Bedarf an Infrastruktur
SACHSENHAUSEN (RED/BT) Der organisierte Sport in Frankfurt boomt weiter: 356.094 Menschen waren zum Stichtag Mitglied in einem der 416 Turn- und Sportvereine der Stadt – ein Plus von 4,35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das gab der Sportkreis Frankfurt bei seiner Bilanzpressekonferenz bei Spiridon am Stadtwald bekannt.
„Das ist meine erste Pressekonferenz in einer Umkleidekabine“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef in Funktion des Sportdezernenten. Gemeinsam mit Sportkreis-Vorsitzendem Roland Frischkorn und Spiridon-Chef Michael Spreng stellt er die aktuelle Bilanz des Frankfurter Sports vor.
Für den Vorsitzenden Roland Frischkorn ist die Entwicklung ein starkes Signal: „Sport ist so viel mehr als Wettkampf. Er vermittelt Werte wie Respekt, Fairness und Teamgeist und ist ein zentraler Baustein für Integration und Demokratie.“ Gleichzeitig mahnte er, Räume für Sport und Bewegung langfristig zu sichern.
Mit über 350.000 Mitgliedern ist der Sport die größte Ehrenamtsorganisation der Stadt. Rund 15.000 weitere Aktive engagieren sich in angeschlossenen Organisationen wie DLRG oder Betriebssport. Josef würdigte dieses Engagement: „Unsere Stadt lebt von Menschen, die sich füreinander einsetzen. Besonders deutlich wird das im Sport.“
Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt die Dynamik: Seit 2016 sind die Mitgliederzahlen um mehr als 60 Prozent gestiegen – deutlich stärker als die Bevölkerung. Damit ist inzwischen fast jeder zweite Frankfurter in einem Sportverein aktiv. Dieser Trend erhöht jedoch den Druck auf die Infrastruktur.
Der Sportkreis fordert daher Investitionen in neue Anlagen – etwa Sporthallen, Schwimmstätten oder Bewegungsräume im öffentlichen Raum. Auch Großprojekte wie die geplante Multifunktionsarena werden begrüßt, dürfen aber laut Frischkorn nicht zulasten des Breitensports gehen.
Neben dem Vereinssport gewinnt auch die offene Sportszene an Bedeutung. Rund 6.000 Menschen sind hier aktiv, etwa in Bereichen wie Calisthenics, Basketball oder Tanz. Kooperationen wie mit dem Deutschen Architekturmuseum zeigen, wie Sport und Stadtentwicklung zusammen gedacht werden können.
Für die Zukunft gilt: Wachstum braucht Raum – und eine gezielte Sportentwicklung, damit der Boom nachhaltig bleibt.
BU: Ein außergewöhnlicher Ort für eine Presskonferenz: Die enge Umkleide der Spiridon Frankfurt (Verein für Laufen und Triathlon). V.l. Michael Spreng, Mike Josef und Roland Frischkorn. Foto: Beate Tomann









