Olympiasiegerin und mehrfache Medaillengewinnerin in der Rhythmischen Sportgymnasik
RÖMER (ES) Die Reden sind gehalten, die Fotos gemacht und der Applaus ist verklungen. Darja Varfolomeev, Olympiasiegerin und mehrfache Medaillengewinnerin bei der Weltmeisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik, die gerade in der Gudd Stubb, der Festhalle, über die Bühne gegangen ist, steht in der anderen Gudd Stubb der Mainmetropole, dem Kaisersaal. Dort hat sie sich gerade ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Und zuvor viel Lob aus dem Mund des Oberbürgermeisters, Mike Josef, gehört. „Das bedeutet sehr, sehr viel für mich“, sagt Darja Varfolomeev auf die Frage, wie wichtig ihr der Eintrag in dieses Buch war. „Es ist eine große Wertschätzung.“ Dabei ist es beileibe nicht ihr erster Eintrag in ein Goldenes Buch. Auch in Fellbach und Stuttgart wurde die Sportgymnastin be

reits auf diese Weise geehrt. „Aber das hier ist auf jeden Fall eines der größten“, so die 19-Jährige, die Gold im Mehrkampf sowie in den Gerätefinals mit Ball und Band gewann. Mit dem Reifen holte sie Bronze. „Ich habe mich richtig gefreut, dass die Weltmeisterschaft in der Festhalle stattgefunden hat“, sagt die Ausnahmeathletin. „Es war etwas ganz Besonderes, wie alles aufgebaut war. Die Atmosphäre und die Zuschauer, die wirklich alle angefeuert haben – das war schon etwas, das herausgestochen ist.“ Hinter der Leichtigkeit ihrer Übungen stehen jahrelange Disziplin, tägliches Training und eine enge Zusammenarbeit mit ihrer Trainerin Julija Raskina. „Ich muss mich bei meiner Trainerin sehr bedanken für die Zeit, in der sie mich in meinem Sport weiterbringt“, sagt Varfolomeev. „Ohne sie würde ich das alles nicht schaffen. Wir haben unsere Ziele vor Augen, versuchen sie zu erreichen und geben unser Bestes.“ Trotz aller Erfolge benötigt sie offenbar niemanden, der sie zum Training antreibt. „Das stimmt, weil ich die Liebe für den Sport habe“, sagt sie. Diese Liebe sei ihre stärkste Motivation. „Ich mache so lange weiter, wie es gesundheitlich geht. Wenn ich oder meine Trainerin irgendwann sagen: ‚Ich glaube, das war es für uns‘, dann müssen wir darüber nachdenken.“ Bis dahin ist’s – hoffentlich – noch lange hin und es wird wohl noch die ein oder andere Medaille dazukommen. Weit mehr als zwei Dutzend hat sie schon. Mit ihren Erfolgen in Frankfurt erhöhte Darja Varfolomeev ihre Bilanz auf 31 internationale Medaillen, darunter 14 Weltmeistertitel. Die Zahl wirkt beinahe unwirklich für eine Athletin, die erst im November 20 Jahre alt wird. Doch sie spricht über ihre Siege ohne jedes Pathos. „Solange ich noch aktiv bin, zähle ich die Erfolge meistens gar nicht“, sagt sie. „Nach der Karriere werde ich mich noch einmal an die ganzen schönen Momente erinnern.“ Trotzdem ergibt sich ein ganz praktisches Problem: Der Trophäenschrank ist voll. „Ich werde vielleicht noch einen dazukaufen, damit alles gut hineinpasst und schön aussieht“, sagt Varfolomeev lächelnd.
Foto: Enrico Sauda









