Noch bis Sonntag ist die Discovery Art Fair in Halle 1 der Messe Frankfurt ein Anlaufpunkt für Kunstinteressierte und Sammler, die auf der Suche nach Neuem und Einzigartigem sind. Über 110 nationale und internationale Aussteller vereinen sich hier unter einem Messedach und zeigen zeitgenössische Kunst in all ihren Facetten.
Mit einer besonders starken Präsenz und rund einem Viertel der Messeteilnehmer überzeugt die im Rhein-Main-Gebiet ansässige Kunstszene: Von etablierten Galerien bis hin zu aufstrebenden, jungen Künstlern zeigt sich die Region innovativ, vielseitig und voller kreativer Energie. Aussteller aus Frankfurt und Umgebung bieten ein breites Spektrum an Arbeiten, die von modernen Gemälden über Skulpturen bis hin zu experimentellen Installationen reichen und den Messebesuchern eindrucksvoll vor Augen führen, wie lebendig und vielfältig die regionale Kunstlandschaft ist.
In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf einige der spannendsten und außergewöhnlichsten Messeauftritte, die mit beeindruckenden Konzepten, aktuellen Themen und meisterhaften Techniken die Besucher in ihren Bann ziehen.
Schon der Außenbereich der Messe bietet ein besonderes Highlight: Der Frankfurter Künstler Achim Ripperger stellt sein Werk „Uns blüht die Freiheit – Ein Monument für Demokratie“ vor, eine vier Meter hohe Skulptur aus einem 75 Jahre alten Mammutbaum, die als Hommage an das Jubiläum des Grundgesetzes geschaffen wurde. Die beeindruckende Figur eines Giganten hält behutsam eine Blüte in seinen riesigen Händen und lädt die Betrachtenden dazu ein, über ihre Verantwortung für die Demokratie nachzudenken.
Weiter führt uns unser Weg zur Galerie Barbara von Stechow, die Arbeiten der Keramikkünstlerin Felicithas Arndt zeigt. Ihre Skulpturen aus Steinzeug und Porzellan entstehen in direkter Auseinandersetzung mit der Natur, ohne dabei ihre Formen zu imitieren. Besonders faszinierend sind die organischen, porösen Strukturen ihrer Werke, die nicht nur im Innenraum Wirkung entfalten, sondern im Außenbereich sogar Platz für kleine Lebewesen wie Moose und Insekten bieten und damit die Grenze zwischen Kunst und Natur aufheben.
Luis Maria Sulzmann geht ebenfalls einen experimentellen Weg, indem er Fotografien extremen Bedingungen wie Hitze und chemischen Behandlungen aussetzt. Sulzmanns Werke, die von der ARP Galerie aus Hanau vorgestellt werden, erzählen Geschichten aus Spuren, die durch diese Eingriffe entstehen. Seine Installationen kombinieren großformatige Drucke mit Arrangements aus Alltagsgegenständen, wodurch ganze atmosphärische Welten entstehen. Der Künstler versteht es, Licht, Raum und Material so zu verbinden, dass seine Werke eine besondere Tiefe entwickeln und die Besucher in eine emotional aufgeladene Bildsprache eintauchen lässt.
Spannend wird es auch beim jungen Fotokünstler Moritz Koch, der von der SIGHT Galerie aus Offenbach vertreten wird. Seine Arbeiten haben einen filmischen Charakter, der den Betrachter in seine akribisch geplanten Szenarien zieht. „Foto-Regisseur“ Koch inszeniert Bildwelten, die aus monatelanger Vorbereitung und detaillierter Koordination erwachsen, oft mit bis zu 200 Darstellern, historischen Requisiten und aufwendigen Kostümen.
Mit einer neuen Perspektive auf das Thema „Heimat“ begegnet uns die Frankfurter Künstlerin Johanna van Emden, die von der Galerie WOLFSTÆDTER vertreten wird. Ihre digitalen Collagen behandeln in ihrer aktuellen Serie German Heimat deutsche Mythen und Traditionen und lassen autobiografische sowie zeitaktuelle Erzählungen einfließen. Die markanten TV Heads, Figuren mit Monitor-Köpfen, bewohnen eine Welt, die von Frauen dominiert wird und zugleich zeitlose sowie moderne Themen aufgreift.
Noch bis Sonntag bleibt die Gelegenheit, sich von der Vielfalt und Tiefe der ausgestellten Werke inspirieren zu lassen und in die Welt der Kunst einzutauchen. Wer die Messe besucht, erlebt hautnah, wie Kunst die Gegenwart reflektiert und Impulse für die Zukunft setzt.
//Foto: Messeimpression der Discovery Art Fair Frankfur. © Holger Peters