Pfarrei St. Bonifatius setzt auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft

FRANKFURT-SACHSENHAUSEN – Nadel, Faden und eine Nähmaschine: Im „Wohnzimmer“ der katholischen Pfarrei St. Bonifatius wird einmal im Monat aus alter Kleidung Neues geschaffen. Beim Upcycling-Kurs treffen sich Menschen jeden Alters, um Kleidungsstücke zu reparieren, umzunähen und kreativ weiterzuverwenden.
Das Konzept ist einfach – und wirkungsvoll: Statt Kleidung wegzuwerfen, wird sie aufgewertet. „Ich finde es toll, aus etwas Altem etwas Neues zu machen“, sagt Organisatorin Anette Beutin. Für sie steht neben dem nachhaltigen Gedanken vor allem der Austausch im Mittelpunkt. „Nähen ist mein Hobby, und das wollte ich mit anderen teilen.“
Die Teilnehmenden profitieren voneinander: Während einige bereits Erfahrung mitbringen, lernen andere erste Handgriffe. Ob Knopf annähen, Risse flicken oder Kleidung umgestalten – gemeinsam entstehen neue Ideen. „Man kann hier immer Fragen stellen und sich inspirieren lassen“, berichtet eine Teilnehmerin.
Die Initiative knüpft an die Idee von Repair-Cafés an, erweitert sie jedoch um den Bereich Textilien. Damit setzt die Pfarrei ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität der Modeindustrie. Denn jährlich landen in Deutschland rund 1,3 Millionen Tonnen Kleidung im Müll – oft obwohl sie noch tragbar wären.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. Immer mehr Menschen hinterfragen schnelle Trends und setzen auf langlebige Alternativen. Der Upcycling-Kurs zeigt, wie das konkret funktionieren kann: praktisch, kreativ und gemeinschaftlich.
So wird aus alten Kleidungsstücken nicht nur Neues – sondern auch ein Ort der Begegnung.

BU: Ein junger Mann näht den Riss an seiner Lieblingsjeans. Foto: A. Thiele/Bistum Limburg

Vorheriger ArtikelKunstprojekt botanoadopt® im Sossenheimer #soso2
Nächster Artikel„Ehrenamt ist von existenzieller Bedeutung“