„Tree of Terezin“ im Grüneburgpark erinnert an das Konzentrationslager Theresienstadt

WESTEND (RED/BT) Im Grüneburgpark steht seit dem 13. März ein besonderer Baum: ein junger Spitzahorn, der als „Tree of Terezin“ an die Geschichte des Konzentrationslagers Theresienstadt erinnert. Noch zart, aber mit großer symbolischer Kraft, soll er wachsen – als lebendiges Zeichen des Gedenkens an den Holocaust.

Der Baum ist ein Ableger eines Originals, das 1943 von jüdischen Kindern im Lager Theresienstadt gepflanzt wurde. Weltweit existieren nur zwei weitere Ableger, unter anderem in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Übergeben wurde das Bäumchen im Januar im Rahmen einer Ausstellung im Römer an Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg.

„Ein Baum ist ein besonders starkes Symbol“, sagte sie bei der Pflanzung. Erinnerung wachse wie ein Baum – sie müsse gepflegt, weitergegeben und lebendig gehalten werden. Der Grüneburgpark sei dafür ein passender Ort, da er wie kaum ein anderer die jüdische Geschichte Frankfurts widerspiegele.

Auch Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez betonte die Bedeutung des Standorts: Der Park verbinde Erinnerungskultur mit einem zentralen Erholungsraum der Stadt. Der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, der den Ableger übergab, äußerte den Wunsch, der Baum möge zugleich Mahnung und Hoffnung für kommende Generationen sein.
An der Pflanzung nahmen Mitglieder der jüdischen Gemeinde sowie die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi teil. Pavla Alter, Tochter eines Überlebenden, erinnerte daran, wie lange die Geschichte von Theresienstadt unzureichend aufgearbeitet worden sei. Dass der „Tree of Terezin“ nun in Frankfurt daran erinnert, bezeichnete sie als wichtiges Zeichen.
Das Ghetto Theresienstadt diente ab 1941 als Sammellager für Jüdinnen und Juden. Mehr als 155.000 Menschen wurden dorthin deportiert, zehntausende starben oder wurden in Vernichtungslager verschleppt. Der neue Baum im Grüneburgpark hält ihre Erinnerung wach.

Sie trugen den „Tree of Terezin“ in den Grüneburgpark (v.l.): Esther Petri-Adiel vom Treffpunkt der Holocaust-Überlebenden, Pavla Alter, Tochter eines Überlebenden des Lagers, Rachel Heuberger, Vorstand der Jüdische Gemeinde, der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadträtin Tina Zapf-Rodríguez, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos

 

Titelbild:
Sie pflanzten das Bäumchen ein (v.l.): der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi und Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos

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