„Ich bin froh, dass es zum Burnout gekommen ist, denn sonst wäre ich jetzt nicht da, wo ich heute bin“, so beschreibt Christine Wayand in der Retrospektive ihren Weg zur Romanautorin. Viele Jahre hat sie im Hamsterrad ihren Traum immer wieder zurückgestellt, bis es eines Tages „Klick“ gemacht hat. DER FRANKFURTER hat mit ihr über die Erfüllung dieses Traumes, über ihren Roman gesprochen, der zu einem Großteil sogar in Frankfurt spielt.
Frau Wayand, Sie haben gerade Ihren Debütroman „Star Falling“ veröffentlicht. Worum geht es in der Geschichte?
Die beiden Hauptfiguren in der Geschichte sind Ben und Louisa. Louisa, früher bei „Ärzte ohne Grenzen“, arbeitet gerade im Blumenladen ihrer Großmutter im Frankfurter Nordend, als Ben versehentlich mit dem Fahrrad in die Blumenauslage fährt und Chaos anrichtet. Als so die Geschichte der beiden beginnt, ist Louisa zuerst skeptisch, vor allem, als sie herausfindet, dass Ben auch noch ein Weltstar ist. Dennoch verlieben sich.
Und damit kommen wir auch schon zur Kernfrage des Buches: Mit einer sehr berühmten Person auf der einen und einer „ganz normalen“ Person auf der anderen Seite – kann so eine Liebe überhaupt Bestand haben, ohne dass eine der beiden ihr bisheriges Leben aufgibt?
Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und woher kam dann die Inspiration für die Geschichte?
Ich hatte schon immer eine blühende Fantasie und habe auch früher den Nachbarn die wildesten Geschichten erzählt oder meiner Schwester etwas mit meinen Barbiepuppen vorgespielt. Richtig konkret wurde es bei mir mit dem Schreiben aber erst vor ungefähr 15 Jahren. Da habe ich ein Fernstudium zum Kreativen Schreiben absolviert und auch meinen ersten Roman geschrieben. Den habe ich damals noch unter Pseudonym auf einem Online-Portal veröffentlicht. Dann kam irgendwie das Leben dazwischen.
Etwas später habe ich einen zweiten Roman begonnen, den ich aber leider bis heute nicht beendet habe, da das Schreiben damals als Hobby neben dem Job zu kurz kam. Als dann meine beiden Elternteile unmittelbar nacheinander verstorben sind, habe ich mich noch viel tiefer in die Arbeit gestürzt, um alles zu verdrängen. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, kann man sich denken. Und so geriet ich schlussendlich in ein Burnout.
Während meines Klinikaufenthalts schaute ich damals meine Lieblingscastingshow, wo einer der Juroren mit Orthese auf der Bühne stand. Da habe ich mich dann gefragt: „Wer schaut eigentlich nach ihm, wenn es ihm nicht gut geht? Wer ist für ihn da?“ Und da nahm es mit meiner Fantasie auch schon freien Lauf. Ich stellte mir vor, welche Frau an seine Seite passen würde, wie sie sein müsste. Schnell hat sich mir dann auch die Frage gestellt, wie eine Beziehung oder ein Mensch sein müsste, um dem ganzen Trubel im Leben eines berühmten Menschen stand zu halten. Das habe ich alles niedergeschrieben und es wurde immer mehr. Und je mehr ich schrieb, desto besser ging es mir. Das Schreiben hat mir einfach so gutgetan. Im Nachhinein bin ich froh, dass es zum Burnout gekommen ist, denn sonst wäre ich jetzt nicht da, wo ich heute bin.
Über jedem Kapitel in Ihrem Buch findet sich auch ein Songtitel. Was hat es damit auf sich?
Da spiegelt sich meine Leidenschaft für Musik wider. Musik hat für mich allgemein eine sehr große Bedeutung und inspiriert mich. Ich bin passionierte Konzertgängerin und werde deshalb auch hin und wieder als „Konzertaholic“ bezeichnet. *lacht*
Durch Musik wird einfach meine Fantasie angefacht und es entwickeln sich immer neue Szenen in meinem Kopf. So war es auch bei Star Falling. Viele Kapitel und Szenen sind entstanden, während ich genau das Lied gehört habe, das nun als Kapitelüberschrift im Buch steht. Immer wieder haben Lieder in meinem Alltag dafür gesorgt, dass ich neue Ideen entwickelt und in die Geschichte eingewoben habe. Der Rest kam dann beim Schreiben.
Wir haben schon gehört, dass sich die Protagonisten in Frankfurt kennenlernen, und auch sonst spielt ein Großteil des Romans in Frankfurt, wie kam es dazu?
Da ich in Frankfurt geboren und aufgewachsen bin und mich hier sehr gut auskenne, stand es eigentlich außer Frage, dass der Roman hier stattfinden wird. So konnte ich mir beim Schreiben auch ganz genau überlegen, welcher Schauplatz zur Szene passt und welche Atmosphäre ich damit schaffen möchte.
Es kommen verschiedene Orte aus Frankfurt vor, u.a. Bornheim, Sachsenhausen, Nordpark Bonames, die Alte Oper, das Zoogesellschaftshaus, die Hanauer Landstraße, das Uniklinikum und der Weihnachtsmarkt am Römer.
Mein Lieblingsplatz in Frankfurt ist die Nidda in Bonames, weil man sich da schon fast wie am Amazonas fühlt, also wie in einer ganz anderen Welt und nicht mitten in der Großstadt. Also durfte der Platz in meinem Roman natürlich nicht fehlen, genau wie die Alte Oper im Stadtkern, wie sie in der Winterzeit wunderschön festlich beleuchtet ist.
Wie geht es denn mit Ben und Louisa weiter und gibt es noch andere Buchideen?
Ich plane, meine unfertigen Romane von früher nun nach und nach aufzuarbeiten und auch mit Ben und Louisa geht es weiter. Gerade habe ich das Exposé für Teil zwei geschrieben, der nächstes Jahr erscheinen soll. So viel kann ich vorab schon verraten: Es wird wieder um Berühmtheit gehen und darum, dass auch Ruhm und Geld nicht vor Schicksalsschlägen schützen kann.
Ich bin einfach so dankbar und glücklich darüber, wie viel Neues ich seit meiner Entscheidung für das Buch gelernt habe, wie viel Positivität und Wertschätzung ich erfahren habe. Ich bin sehr überwältigt, dass mein Buch auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt war, in Buchhandlungen steht und so gut ankommt. Ich kann Teil zwei kaum erwarten und freue mich auf alles, was noch kommt!
Weitere Informationen über Christine Wayand und ihrem Roman finden Sie unter www.christinewayand.de
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Einsendeschluss ist der 1. Dezember. Viel Glück!
// SH