Rödelheim, ein westlicher Stadtteil von Frankfurt am Main, vereint auf faszinierende Weise urbanes Wohnen und naturnahe Erholungsgebiete. Mit seinen etwa 18.000 Einwohnern bietet Rödelheim eine lebendige Gemeinschaft und eine vielfältige Kulturszene. Die historischen Wurzeln des Stadtteils reichen bis ins Mittelalter zurück, während seine Rolle als bedeutender Industriestandort im 19. und frühen 20. Jahrhundert seine Entwicklung geprägt hat. Heute ist Rödelheim besonders bei Familien und jungen Berufstätigen beliebt, die die Nähe zur Frankfurter Innenstadt schätzen und gleichzeitig die Ruhe des Stadtteils genießen möchten. Dank seiner ausgezeichneten Verkehrsanbindungen, einer Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten bietet Rödelheim eine hohe Lebensqualität.

Ein Blick auf die Viertel
Rödelheim gliedert sich in zwei Bezirke: Rödelheim-Ost und Rödelheim-West. Der Stadtteil präsentiert sich mit unterschiedlichen Facetten, die von der historischen Bedeutung bis zur modernen Infrastruktur reichen. Während Rödelheim-Ost sich durch eine Mischung aus Wohn- und Gewerbegebieten auszeichnet, bietet Rödelheim-West eine ruhige Wohnatmosphäre mit grünen Wohnvierteln und einer charmanten Altstadt.

Ein historisches Juwel
Das Petrihaus, ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, ist ein bedeutendes kulturelles Erbe in Rödelheim. Erbaut am Ufer der Nidda, erlangte es unter dem Kaufmann und Bankier Georg Brentano besondere Berühmtheit. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten beherbergt das Petrihaus heute das Brentano-Museum im ersten Stock, während das Erdgeschoss für öffentliche und private Veranstaltungen genutzt wird.

Das Petrihaus am Ufer der Nidda (Foto: chrisaliv, CC BY-SA 4.0)

Ein grünes Paradies
Der Brentanopark, einer der beiden großen Parks in Rödelheim, lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Ursprünglich von Georg Brentano angelegt, bietet der Park mit seinen Wiesen, Spazierwegen und historischen Denkmälern ein idyllisches Ambiente. Besonders sehenswert ist der Pavillon mit dem Rosengarten, der 1931 im Rahmen des Projekts „Neues Frankfurt“ erbaut wurde. Der Park ist auch Heimat des „Goethe-Ginkgo“, einem 260 Jahre alten Baum, der die Liebe des Dichters Johann Wolfgang von Goethe zur Natur widerspiegelt.

Der imposante Ginkgo-Baum, liebevoll auch „Goethe-Ginkgo“ genannt (Foto: Frank Behnsen, CC BY-SA 3.0)
Brentanopark – Parkansicht (Foto: Nadi2018, CC BY-SA 4.0)
Ehemaliges Küchenhaus des Landhauses der Brentanos (Foto Nadi2018, CC BY-SA 4.0).jpeg

Über 7 Bögen
Die Sternbrücke Rödelheim, eine steinerne Straßenbrücke aus dem 19. Jahrhundert, verbindet die Stadtteile Rödelheim und Bockenheim über den ehemaligen Ochsengraben. Mit ihrer barocken Architektur und ihren sieben Brückenbögen ist sie nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Stadtteil.

Nur ein historisches Bauwerk – die Sternbrücke Rödelheim, Nordseite (Foto: MdE, CC BY-SA 3.0)

Traditioneller Genuss seit 1881
Die Kelterei Possmann GmbH & Co. KG ist eine traditionsreiche Apfelweinkelterei, die seit ihrer Gründung im Jahr 1881 einen festen Platz in Rödelheim hat. Als einer der weltweiten Marktführer für Apfelwein verbindet Possmann Tradition und Innovation. Besucher können bei Führungen durch die Produktionsanlagen einen Einblick in die Herstellung des hessischen Nationalgetränks gewinnen und anschließend die verschiedenen Apfelweinsorten verkosten.

Das Traditionsreiche Unternehmensschild (Foto: © Possmann.de)

Geschichte und Natur vereint
Der Solmspark, benannt nach dem Rödelheimer Schloss der Grafen von Solms, bietet eine gelungene Symbiose aus Geschichte und Natur. Angelegt auf einer Insel zwischen Nidda und Mühlgraben, begeistert der Park mit altem Baumbestand, ausgedehnten Wiesenflächen und einem nachgebildeten Grundriss des ehemaligen Schlosses. Ein Spielplatz für Kinder und ein Bronzemodell des Schlosses laden zum Entdecken und Verweilen ein.

Solmspark (Foto: Karsten Ratzke, CC0)
Nachbildung der Burg Rödelheim im Park (Foto: Karsten11, gemeinfreie Nutzung)

Ein Ort der Besinnung
Die Antoniuskirche, eine neugotische Kathedrale aus dem späten 19. Jahrhundert, ist ein spirituelles Zentrum in Rödelheim. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wieder aufgebaut und ist heute ein Ort der Besinnung und des Glaubens für die Gemeinde. Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück und spiegelt die wechselvolle Geschichte des Stadtteils wider.

Die förmlich in den Himmel ragenden Antoniuskirche (Foto: Karsten11, Gemeinfreie Nutzung)

Sommervergnügen für die ganze Familie
Das Brentanobad, das größte Freibad in Frankfurt am Main, lädt mit seinem weitläufigen Gelände und dem riesigen Becken zu einem erfrischenden Badevergnügen ein. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten bietet das Bad heute moderne Einrichtungen und Attraktionen für Jung und Alt. Mit seinem Strandbereich, dem Planschbecken und den zahlreichen Sportmöglichkeiten ist das Brentanobad ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie.

Luftansicht des größten Freibads in FFM (Foto: Matti Blume, CC BY-SA 3.0)

Erinnerung an vergangene Zeiten
Der Alte Jüdische Friedhof Rödelheim, ein historisches Erbe aus dem 18. Jahrhundert, ist ein Ort von historischer und kultureller Bedeutung, der an die einst blühende jüdische Gemeinde in Rödelheim erinnert. Der Friedhof, der im Jahr 1728 angelegt wurde, diente über Jahrhunderte hinweg als Begräbnisstätte für die jüdischen Einwohner des Stadtteils. Aufgrund seines Alters und seiner historischen Relevanz steht er heute unter Denkmalschutz. Der Alte Jüdische Friedhof zeugt von der Vergangenheit und dem kulturellen Erbe der jüdischen Gemeinschaft in Rödelheim. Die Grabsteine, oft kunstvoll gestaltet und mit hebräischen Inschriften versehen, erzählen Geschichten von Leben, Leiden und Hoffnungen vergangener Generationen. Ein Rundgang über den Friedhof bietet nicht nur Einblicke in die lokale Geschichte, sondern auch die Möglichkeit zur stillen Reflexion und zum Gedenken.

Ansicht des jüdischen Friedhofs am 1820 abgetragenen Seedamm (Foto: Karsten Ratzke, CC0)

// Text: BG

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