ESCHERSHEIM | Einmal als beschauliches Dorf um das Jahr 1000 erwähnt, ist Eschersheim heute eines der gefragtesten Wohngebiete Frankfurts. Die unvergleichliche Wohnqualität des Stadtteils resultiert aus seiner Nähe zur malerischen Nidda-Aue, dem Grüngürtel und dem Taunus. Selbst nach der Eingemeindung nach Frankfurt im Jahr 1910 bewahrt Eschersheim den Charme vergangener Zeiten. Die Wurzeln des Namens Eschersheim reichen bis zu einem fränkischen Abtshof in der historischen Gegend. Heute präsentiert sich Eschersheim als harmonische Mischung aus charmanten Einfamilienhäusern, eleganten Villen, modernen Siedlungen und einem historischen Ortskern – alles in begehrter Nähe zur pulsierenden Innenstadt.

Starke Verbindung

Die Verkehrsverbindungen zwischen Frankfurt und Eschersheim haben eine lange Geschichte. Bereits 1877 gab es eine Haltestelle der Main-Weser-Bahn mitten in Eschersheim. Heute ermöglicht die U-Bahn eine bequeme Anbindung nicht nur nach Frankfurt, sondern auch zu benachbarten Stadtteilen wie Heddernheim, Ginnheim und Niederursel. Die Geschichte der Verkehrswege spiegelt die dynamische Entwicklung des Stadtteils wider, von Pferdetrambahnen bis hin zur modernen U-Bahn.

Zeitloses Meisterwerk

Erbaut im Jahr 1901, ist der neobarocke Wasserturm in Eschersheim nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern ein architektonisches Juwel Frankfurts. Seine beeindruckende Erscheinung – ein kegelförmiger Schaft, ein zylindrischer Aufsatz, eine verschieferte Haube mit Gauben und Ziererker – zeugt von neobarocker Pracht. Der einstige eiserne Wasserbehälter, mit einer Kapazität von 300.000 Litern, ruht heute still. Unter Denkmalschutz stehend, trotzte der Turm dem Zweiten Weltkrieg unbeschadet.

Tortuga am Wasserturm

Tortuga, der Gemeinschaftsgarten am Wasserturm in Eschersheim, ist nicht nur ein Ort für Gärtnern auf kleinstem Raum, sondern auch ein Bildungs- und Veranstaltungsort. Engagierte Nachbarn pflegen die grüne Oase, die neben dem Gärtnern auch Kleidertauschpartys und Veranstaltungen für Entschleunigung, Klimaschutz und Langlebigkeit organisiert.

Ein zeitloses Juwel

Die St. Josef-Kirche, eine wahre Perle in Eschersheim, fasziniert als eine der prächtigsten Kirchen in Frankfurt. Die im klassischen neoromanischen Stil erbaute Basilika entstand im Jahr der Eingemeindung, 1910, und zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher in ihren Bann. Die beeindruckende Entstehungsgeschichte der Kirche begann 1911 mit dem Richtfest, erreichte 1914 ihren Höhepunkt mit der Weihe und erlebte in den folgenden Jahrzehnten Höhen und Tiefen. Im Jahr 1932 erhielt die Kirche ihre erste Orgel, jedoch zwang der Zweite Weltkrieg sie, ihre Glocken abzugeben. Erst im Jahr 1958 erlangte sie neuen Glockenklang. Seither wurde die St. Josef-Kirche mehrfach liebevoll restauriert und renoviert, zuletzt zwischen 1988 und 1991. Heute erstrahlt sie als unverkennbares Wahrzeichen von Eschersheim und ist ein bedeutender Teil der reichen Geschichte dieses Stadtteils.

Ein lebendiges Stadtviertel

Die Anne-Frank-Siedlung in Eschersheim, Frankfurt, wurde zwischen 1959 und 1961 als Antwort auf den steigenden Bedarf an Wohnraum erbaut. Sie besteht aus rund 300 öffentlich geförderten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und 40 Einfamilienhäusern. Der Name der Siedlung ehrt die berühmte Anne Frank, die während des Holocausts im Versteck in Amsterdam lebte und ihre bewegende Geschichte in einem Tagebuch festhielt.Die Architektur der Siedlung folgt dem zeitgenössischen Leitbild einer grünen und offenen Stadt, umgeben von öffentlichen Grünflächen und Freiflächen. Ein grüner Korridor im Westen führt direkt zum Anne-Frank-Spielpark, der das Quartier mit Leben erfüllt. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Wohnungen in Frankfurt und einer prognostizierten Bevölkerungszunahme von 70.000 Personen bis 2030 wurde bereits 2014 ein wegweisender Sammelbeschluss gefasst.

Das grüne Wahrzeichen

Die Eschersheimer Linde, ein charakteristisches Symbol des Stadtteils und Namensgeber der malerischen „Am Lindenbaum“-Straße, wurde im späten 17. Jahrhundert als lebendiger Wegweiser gepflanzt. Anfänglich als die „Kleine Linde“ bekannt, stand einst die imposante „Große Linde“ weiter nördlich nahe Am Weißen Stein. Bedauerlicherweise fiel sie im 19. Jahrhundert schweren Beschädigungen zum Opfer und wurde 1923 bei einem Sturm endgültig zerstört. Seit 1937 wird die Eschersheimer Linde als Naturdenkmal geschützt. Mit einer eindrucksvollen Höhe von etwa 25 Metern und einem majestätischen Stammumfang von 5 Metern thront sie über ihrer Umgebung. In den Jahren 1968 und 1984 wurden gezielte Maßnahmen ergriffen, darunter die Installation einer Dränage sowie künstliche Bewässerung und Belüftung, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Baumchirurgische Eingriffe 1955 und 1974 dienten der langfristigen Erhaltung ihrer Vitalität. Die Eschersheimer Linde ist nicht nur ein Baum; sie ist ein geschichtsträchtiges Symbol. Sogar die U-Bahn-Linie macht einen dezenten Bogen an der Station „Am Lindenbaum“, als Tribut an dieses grüne Juwel und seine historische Bedeutung.

Ein Denkmal voller Geschichte

Frankfurt am Main beherbergt etwa 150 öffentliche Brunnen, darunter der Brunnen am Weißen Stein in Eschersheim. 1910 initiiert von Unternehmer Gottfried Kleinschmidt, erinnert er an die Gefallenen von Eschersheim im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Vor dem Zweiten Weltkrieg als Herkulesbrunnen bekannt, erfuhr er postkriegsbedingte Veränderungen, darunter den Verlust der Herkulesskulptur. 2009 rekonstruierte der Ortsbeirat 9 diese und setzte sie zurück. Ursprünglich vor dem alten Schulhaus, wurde der Brunnen während des U-Bahn-Baus in den 1960ern leicht verschoben. Ein Denkmal, das Geschichte atmet und sich behutsam weiterentwickelt.

Das Niddaufer

Entlang des malerischen Niddaufers führt der GrünGürtel-Radweg, vorbei am Eschersheimer Freibad bis nach Bonames. Die beliebte Strecke begeistert Spaziergänger, Sportler und Naturliebhaber gleichermaßen, durch Wiesen und Felder mit spektakulären Ausblicken. Zahlreiche Sitzbänke laden zur Entspannung und zum Genießen der Landschaft ein. Die atemberaubende Natur des Frankfurter GrünGürtels prägt die gesamte Route. Auf der gegenüberliegenden Seite des Nidda-Ufers lockt das Naturschutzgebiet der Riedwiesen, ein weiteres Highlight für Entdeckungsfreudige.

Der lebendige Adventskalender (Veranstaltungs-Tipp)

Die Andreasgemeinde in Eschersheim pflegt eine herzliche vorweihnachtliche Tradition: den „Lebendigen Adventskalender“. Viele freuen sich jedes Jahr auf diese besondere Initiative. Der Kalender wird durch unterschiedliche Menschen und Orte lebendig gestaltet. Fast täglich um 18 Uhr öffnet ein Eschersheimer für 15 Minuten seine Tür und lädt Nachbarn zu Plätzchen, Schmalzbrot, Glühwein, heißem Apfelsaft oder gegrillten Würstchen ein. Gastgeber dekorieren ein Adventsfenster mit Lichtern, Sternen oder Kugeln und geben das Datum bekannt. Diese Aktion, von der evangelischen Andreasgemeinde 2012 ins Leben gerufen, stärkt vor allem die Gemeinschaft im Stadtteil. Aber auch Nicht-Anwohner sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.andreasgemeinde-ffm.de/

Freizeitspaß im Bowling Center (Freizeit-Tipp)

Auf 2000 m² erwarten dich sportliche und unterhaltsame Stunden. Egal, ob für Familien, Junggesellenabschiede oder Freunde – hier entfliehst du dem Alltag und erlebst jede Menge Spaß. Das vielfältige Wochenprogramm bietet für jeden das Richtige, und individuelle Specials, wie Kindergeburtstage, sorgen für besondere Momente. Nichtraucher genießen eine angenehme Atmosphäre, da im gesamten Center kein Zigarettenrauch stört. Raucher finden im extra eingerichteten Raucherraum Platz. Mit 32 Brunswick Bowlingbahnen und 3 King-Size-Billardtischen bietet das Center sportliche Betätigung, während die Sportsbar und der Restaurant/Partyraum für ausgelassene Feiern mit bis zu 100 Personen einladen.

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