Saisonfinale bringt Fußball, Fairplay und Begegnung unter die Friedensbrücke

FRANKFURT (RED/BT) Fußball, Graffiti, Musik und jede Menge Bewegung: Mit einem großen Abschluss unter der Friedensbrücke hat die Frankfurter Bolzplatzliga F43+ ihre Saison 2026 beendet. Im Mittelpunkt stand das Finalturnier der U13. Rund um die Spiele konnten Kinder und Jugendliche bei Skill Challenges, Teqball und Tischkicker selbst aktiv werden, sich im Style Corner ausprobieren oder bei Graffiti-Workshops kreativ werden.

Seit 2013 organisiert der Sportkreis Frankfurt die Bolzplatzliga für Kinder und Jugendliche. Von Anfang Mai bis Ende September treffen sich die Teams auf Bolzplätzen in verschiedenen Stadtteilen. Dabei geht es um weit mehr als Tore, Tabellen und Siege. Die Jugendlichen organisieren vieles selbst, übernehmen Verantwortung und lernen, wie wichtig Verlässlichkeit, Disziplin und ein respektvoller Umgang miteinander sind.

Gerade diese Verbindung von Fußball und sozialem Lernen macht die Liga für Sportkreis-Vorsitzenden Roland Frischkorn so wertvoll. Bolzplätze seien für viele Kinder und Jugendliche eine erste Anlaufstelle in ihrem Quartier. Hier fänden niedrigschwellig „Sport und Bewegung, Demokratie und Begegnung“ statt. Dass das gemeinsame Abschlussturnier wieder aufleben konnte, sei deshalb ein wichtiges Anliegen gewesen. Vincent Voigt gestaltete ein riesiges Graffiti mit dem Wappen und dem Wertethema, so dass am Nachmittag mehrere Gruppen von Kids die Buchstaben sprayen konnten.

Eintracht übernimmt Patenschaft

Eine besondere Rolle spielte in dieser Saison die vertiefte Zusammenarbeit mit Eintracht Frankfurt. Die Profis Younes Ebnoutalib und Sara Doorsoun übernahmen die Patenschaft für die Bolzplatzliga und eröffneten die Saison im Mai. In zwei Workshops wurde außerdem gemeinsam mit Jugendlichen ein Wertekodex entwickelt. Toleranz, Respekt und Fairplay stehen darin ganz oben – und gelten verbindlich für alle Teilnehmenden. Die Idee dahinter: Was auf dem Bolzplatz selbstverständlich werden soll, tragen die Jugendlichen auch zurück in ihre Stadtteile.

Eintracht-Vorstandsmitglied Philipp Reschke zeigte sich besonders vom Engagement der jungen Menschen beeindruckt. Auf dem Bolzplatz werde unmittelbar erfahrbar, was Sport bewirken könne: Verantwortung übernehmen, an Aufgaben wachsen, Ziele verfolgen und auch den Gegner als Mitspieler auf Augenhöhe respektieren. Viele Impulse für die Weiterentwicklung der Liga kämen direkt von den Jugendlichen selbst.

Genau diese Energie prägte auch den Saisonabschluss unter der Friedensbrücke. Während auf dem Platz um Tore gekämpft wurde, bot das Rahmenprogramm viele Möglichkeiten, selbst mitzumachen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Sport, Jugendkultur und Begegnung gehörten an diesem Nachmittag zusammen. Stadionsprecher Daniel Wolf moderierte das Turnier mit wunderbarem Engagement. Als Überraschungsgast kam später noch der neue Nationalspieler aus der Eintracht Frankfurt: Younes Ebnoutalib.

Die Bolzplatzliga ist damit längst mehr als ein klassischer Fußballwettbewerb. Sie schafft in den Quartieren Räume, in denen Kinder und Jugendliche eigenständig aktiv werden können – ohne große Hürden und direkt vor ihrer Haustür. Gleichzeitig lernen sie, Regeln gemeinsam zu tragen, Konflikte auszuhalten und Verantwortung für eine Gemeinschaft zu übernehmen.
Für Sportkreis und Eintracht Frankfurt ist nach dem Finale deshalb nicht Schluss. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Jugendlichen sollen in die Weiterentwicklung des Formats einfließen. Der Blick richtet sich bereits auf die Saison 2027.

Der Sportkreis Frankfurt vertritt als Dachorganisation rund 416 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit mehr als 354.000 Sportlerinnen und Sportlern. Mit Projekten wie der Bolzplatzliga bringt er Sport und Vereinswerte bewusst auch dorthin, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen: mitten in die Frankfurter Stadtteile.

Fotos: Beate Tomann

 

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