(RED)  Ansgar Roese, Wirtschaftsförderung Frankfurt, Abteilungsleiter Standortentwicklung & Ansiedlung, im Interview zur Ausbildungsmesse Frankfurter Osten und zur Sicherung von Fachkräften für Frankfurt.

Herr Roese, die Ausbildungsmesse im Gewerbegebiet Frankfurter Osten findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt. Warum ist dieses Format so wichtig für Frankfurt?

Die Ausbildungsmesse ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Engagements für die Fachkräftesicherung am Wirtschaftsstandort Frankfurt, die wir gemeinsam mit der Standortinitiative Frankfurter Osten Nachhaltig (FFN) e. V. ausrichten. Dabei ist der persönliche Kontakt als auch das Erleben unterschiedlicher Berufe live vor Ort ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Ausbildungsmesse – trotz der vielen digitalen Informationsmöglichkeiten heutzutage.
Das Nachhaltige Gewerbegebiet im Frankfurter Osten eignet sich besonders, da es über eine sehr breite und vielfältige Unternehmenslandschaft verfügt: vom Handwerk über Produktion bis hin zu modernen Dienstleistungsbetrieben.

Das Thema Fachkräfte ist derzeit in aller Munde. Wie stellt sich die Situation aus Ihrer Sicht dar?
Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist so hoch wie nie zuvor. In den Medien wird schon jetzt oft von dem „War of talents“ gesprochen. Aufgrund des Ausscheidens vieler Menschen aus dem Arbeitsmarkt der „Babyboomer“-Jahrgänge wird sich diese Situationen in den kommenden Jahren noch verschärfen. Viele Unternehmen – vom Mittelstand bis hin zu größeren Betrieben – suchen händeringend Nachwuchs und erfahrene Mitarbeitende. Gleichzeitig stehen wir im Wettbewerb mit anderen Regionen. Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig anzusetzen, etwa über Ausbildung, und zugleich Fachkräfte langfristig an Frankfurt zu binden oder neu für unseren Standort zu gewinnen.

In Ihrer Abteilung wurde kürzlich ein neuer Bereich für Fachkräfte und Talente geschaffen. Was steckt dahinter?

Wir haben den Bereich bewusst personell verstärkt und strategisch neu aufgestellt: Zwei Kolleginnen kümmern sich nun gezielt um die Themen Fachkräftegewinnung und Talentbindung. Damit setzen wir ein klares Zeichen, dass dieses Handlungsfeld strategische Priorität hat. Es geht darum, Unternehmen aktiv zu unterstützen – beispielsweise bei Fragen zur Gewinnung internationaler Fachkräfte, zur Vernetzung oder zu passenden Standortangeboten. Gleichzeitig möchten wir Frankfurt als attraktiven Arbeits- und Lebensmittelpunkt national als international noch stärker positionieren.

Was macht Frankfurt aus Ihrer Sicht besonders attraktiv – auch für internationale Fachkräfte?
Frankfurt hat enorm viel zu bieten. Zu den harten Standortfaktoren zählen unsere zentrale Lage in Europa, die hervorragende Verkehrsanbindung, eine starke und breit aufgestellte Wirtschaft sowie leistungsfähige Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Gleichzeitig überzeugen wir auch mit einer hohen Lebensqualität. Die Stadt belegt in vielen internationalen Städterankings zum Thema Lebensqualität immer wieder Spitzenplätze. Sie verfügt über kurze Wege, kulturelle Vielfalt, zahlreiche Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten sowie ein hoch internationales Umfeld. Diese Kombination macht Frankfurt zu einem sehr attraktiven Standort für Fachkräfte und ihre Familien. Nicht zuletzt deshalb ist Frankfurt am Main die jüngste deutsche Großstadt mit über einer halben Million Einwohnern.

Foto: Ansgar Roese Wirtschaftsförderung Frankfurt/Claudia Simchen

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