Kirchlicher Ostergruß von Diakoniepfarrer Markus Eisele
„Irgendwie lauf ich seit Jahren innerlich nur im Krisenmodus“, sagte mir vor Kurzem ein Freund: „Immer ist irgendwas.“ Dieser Satz ist mir hängen geblieben. Und mitten in dieses Gefühl hinein wird es trotzdem Ostern. Leise und fast unscheinbar. Kein lauter Neubeginn, sondern ein Hoffnungszeichen gegen alle Erfahrung. Ostern erzählt davon, dass das Leben stärker ist als der Tod, dass das Licht aufscheint, selbst wenn alles dunkel scheint.
Die biblische Geschichte beginnt nicht im Jubel, sondern in der Dämmerung. Drei Frauen machen sich früh am Morgen auf den Weg zum Grab Jesu. Sie tragen Salben und wohlriechende Öle bei sich, um seinen Leichnam zu salben – Zeichen der Fürsorge und der letzten Liebe. Ihre Schritte sind schwer. Der Weg ist steinig. Die Nacht steckt ihnen noch in den Knochen. Was geschehen ist, lässt sich nicht begreifen: Jesus ist tot. Ihre Hoffnung zerbrochen. Die Zukunft ungewiss.
Und doch gehen sie los. Schritt für Schritt. Vielleicht ist das schon das erste österliche Zeichen: nicht stehen bleiben, sondern gehen – trotz allem.
In der Arbeit der Diakonie begegnet uns genau das immer wieder: Menschen, die schwere Wege gehen, die Verluste tragen. Die nicht wissen, wie es weitergeht – und die dennoch aufstehen. Sich aufmachen und weitergehen. Und andere, die sie begleiten, die mitgehen, die ein Stück Licht teilen. Darin wird Ostern greifbar: im Dasein füreinander, im Aushalten, im Herzschlag der Hoffnung.
Denn Ostern heißt: Gott ist gerade dort, wo wir ihn am wenigsten vermuten. Am Ende steht nicht das Dunkel, sondern das Leben. Nicht Resignation, sondern ein neuer Anfang. Vielleicht ist es nur ein schwacher Lichtschein. Aber er genügt, um den nächsten Schritt zu sehen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen frohe und gesegnete Ostern.
Ihr Diakoniepfarrer Markus Eisele
Foto: Angelika Zinzow









