Gewerbevereine fordern Kurswechsel bei Verkehr, Sicherheit und Leerstand
SACHSENHAUSEN (RED/BT) Die Frankfurter Gewerbevereine schlagen Alarm: Immer mehr Geschäfte kämpfen ums Überleben, die Kundschaft bleibt aus, die Stimmung kippt. In einer gemeinsamen Erklärung appellieren sie an die künftige Stadtregierung, schnell gegenzusteuern, um die Einkaufsstraßen als lebendige Zentren der Stadtteile zu erhalten.

Die Bedeutung der Quartiersstraßen ist groß: Sie sichern die Nahversorgung, schaffen Begegnungsorte und prägen das Stadtbild. Gleichzeitig zeigen aktuelle Befragungen, dass Umsätze sinken und viele Menschen bestimmte Bereiche meiden – etwa wegen mangelnder Sauberkeit, Sicherheit oder Aufenthaltsqualität.
Ein zentrales Problem ist aus Sicht der Händler die Erreichbarkeit. Viele Kundinnen und Kunden kommen aus dem Umland, rund 40 bis über 50 Prozent nutzen dafür das Auto. Doch fehlende Parkplätze, unklare Verkehrsführungen und Einschränkungen im Straßenraum erschweren den Zugang erheblich. In einigen umgestalteten Straßen berichten Betriebe von deutlich rückläufiger Kundschaft und Umsätzen.
Die Gewerbevereine fordern deshalb eine Neuausrichtung der Verkehrspolitik: bessere Anbindung, funktionierende Lieferzonen, klare Beschilderung und ausreichend Parkmöglichkeiten. Ebenso wichtig seien Investitionen in Sicherheit, Beleuchtung und Sauberkeit – denn nur attraktive Räume ziehen Menschen an.
Auch der zunehmende Leerstand bereitet Sorgen. Leere Schaufenster schadeten dem Erscheinungsbild ganzer Straßenzüge. Gefordert wird daher ein aktives Leerstands- und Ansiedlungsmanagement, das Zwischennutzungen ermöglicht und neue Konzepte fördert.
Für die Gewerbevereine ist klar: „Jedes geschlossene Geschäft macht die Stadt stiller.“ Damit Frankfurt lebendig bleibt, brauche es jetzt entschlossenes Handeln und einen engen Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft.









