Eschersheim ist ein Stadtteil, der keine große Erzählung braucht, um zu funktionieren. Er lebt vom Alltag, von festen Wegen und von Menschen, die wissen, wo sie hingehören. Zwischen U-Bahn-Linie, Nidda und gewachsenen Wohnstraßen zeigt sich ein Frankfurt, das eher praktisch als spektakulär ist. Man erledigt hier Dinge, trifft sich zufällig, bleibt manchmal länger als geplant. Alte Häuser stehen neben neueren, kleine Geschäfte neben Supermärkten, und alles fügt sich ohne großes Aufsehen zusammen. Eschersheim war lange Dorf, heute ist es Stadt. Wer neu herzieht, merkt schnell: Man kommt an, ohne sich erklären zu müssen. Besucher nehmen den Stadtteil als ruhig, offen und angenehm normal wahr. Und für die, die hier schon lange leben, ist Eschersheim vor allem eines: verlässlich. Kein Trend, kein Versprechen – sondern ein Ort, der einfach da ist und genau das gut macht.

Gotik trifft Alltag

Mitten im lebendigen Alltag Frankfurts steht eines der markantesten Bauwerke der Stadt: der Eschenheimer Turm. Dieses spätmittelalterliche Stadttor wurde zwischen 1426 und 1428 errichtet und ist heute das älteste nahezu unverändert erhaltene Bauwerk der früheren Stadtbefestigung – ein stummer Zeuge von mehr als 600 Jahren Geschichte. Einst Teil eines ausgedehnten Wehrsystems, wurde der Turm im 19. Jahrhundert fast abgerissen, blieb aber – dank Einspruchs eines französischen Gesandten – als Denkmal erhalten. Mit seiner steilen spitzen Form, den kleinen Erkertürmchen und robusten Mauern wirkt er auch heute noch wie ein Wächter zwischen Alt und Neu. Umgeben von modernem Leben, Verkehr und urbaner Vielfalt erinnert der Eschenheimer Turm daran, wie sehr Frankfurt im Lauf der Jahrhunderte gewachsen ist – ohne seine Wurzeln ganz zu verlieren.

BU: Spätmittelalterliches Stadttor und bekanntes Wahrzeichen Frankfurts (Foto: Epizentrum • CC BY-SA 3.0)

Raum für Ideen

Das Atelier Farbspiel von Michele John ist ein Ort, an dem Kreativität nicht erklärt werden muss. In ruhiger Atmosphäre bietet es Raum zum Malen, Ausprobieren und Loslassen – für Kinder, Erwachsene und alle, die Lust haben, mit Farbe zu arbeiten, ohne etwas „leisten“ zu müssen. Workshops und offene Formate setzen auf Prozess statt Ergebnis, auf Neugier statt Vorgaben. Hier geht es um Zeit, Konzentration und das gute Gefühl, etwas Eigenes entstehen zu lassen. Besonders schön: Das Atelier versteht sich als Begegnungsraum, in dem Kreativität verbindet. Ein gutes Beispiel dafür ist der Familiensonntag, bei dem mehrere Generationen gemeinsam gestalten – frei, spielerisch und ohne festes Programm. Ein kleines Extra, das zeigt, wie viel Potenzial in gemeinsam verbrachter Kreativzeit steckt.

BU: Malen, gestalten und ausprobieren im Atelier Farbspiel (Foto: © Atelier Farbspiel)

Bewegung & Balance

Purajana ist in Frankfurt-Eschersheim mehr als nur ein klassisches Fitness- oder Yogastudio: Es versteht sich als Well-Being-Ort, an dem Bewegung, Achtsamkeit und Regeneration gemeinsam Platz finden. In lichtdurchfluteten Räumen über dem Alnatura-Markt treffen Yoga-Flows, Reformer-Pilates-Workouts und individuelle Trainingsangebote auf ein einladendes, gemeinschaftliches Ambiente, das viele Mitglieder liebevoll als „zweites Wohnzimmer“ beschreiben. Eine besondere Zutat im Angebot ist das Icaros-Training: Hier wird klassisches Core-Workout mit Virtual Reality verknüpft und schafft eine motivierende, spielerische Verbindung aus Balance, Fitness und digitaler Erfahrung – ein innovativer Impuls abseits herkömmlicher Trainingsmethoden.

BU: Atmen, bewegen, neu ausrichten (Foto: ©Purajana GmbH)

Ein Stück Portugal

Das Café da Maria ist einer dieser charmanten Orte in Eschersheim, bei dem man beim Hereinkommen fast das Gefühl bekommt, kurz in Portugal gelandet zu sein. In dem gemütlichen Café mit angeschlossener portugiesischer Spezialitäten-Auswahl trifft man auf authentische Pastéis, herzhafte Sandwiches, eine Auswahl portugiesischer Weine und Liköre – serviert in einer Atmosphäre, die herzlich und einladend wirkt, als säße man in einem kleinen Dorfcafé zwischen Porto und Lissabon. Besucher:innen loben besonders die freundliche, familiäre Art des Service und die fairen Preise, ebenso wie die lockere Stimmung in dem Wohnviertel-Café, in dem man gern länger bleibt als geplant.

BU: Authentische Pastéis und herzhafte Sandwiches (Foto: Café da Maria)

Frische Luft und frische Ideen

Der Gemeinschaftsgarten Tortuga Eschersheim ist längst mehr als nur ein grüner Fleck am Lindenbaum 93: Er ist ein offener Erlebnisraum, Treffpunkt der Nachbarschaft und Bühne für Aktivitäten im Freien. Hier trifft Urban Gardening auf gemeinsames Gestalten, Austausch und naturverbundene Pausen, und bei gutem Wetter lockt der Garten viele Menschen hinaus an die frische Luft. Unter den Bäumen und zwischen Hochbeeten lässt sich die Zeit „aktiv“ gestalten – sei es bei kleinen Bewegungseinheiten, Spaziergängen, Gesprächen oder spontanen Fitness‑Aktionen, die das Prinzip Bewegung im Grünen mit dem Sinn für Gemeinschaft verbinden. Der Garten bietet zudem regelmäßig Platz für Workshops, Pflanzentauschbörsen und gemeinsame Projekte, die zeigen, wie sich Fitness, Begegnung und Natur im Stadtteil unkompliziert verbinden lassen.

BU: Der Gemeinschaftsgarten Tortuga am Wasserturm als offener Ort für Bewegung und Begegnung (Foto: Tortuga Eschersheim e.V.)

 

Vorheriger ArtikelSport verbindet – Kreativwettbewerb geht in die nächste Runde