Kaum jemand schreibt so dicht im Auflösen wie Johann Sebastian Bach. Seine Partita h-Moll für Violine alleine BWV 1002 ist ein klanglicher Zauberwürfel. Jeder Satz hat ein Double, einen Doppelgänger, der sich trotz harmonischer Schablone unabhängig gestaltet. Alle vier Pärchen passen ebenfalls übereinander. Hier ist so viel Musik ineinandergeflochten, dass einem vor Staunen schwindelig wird. Das Werk stellt sich als schwebende Skulptur dar, die unsere Dreidimensionalität sprengt. Wir sind in ihr, außerhalb und rundherum davon und Teil unserer Betrachtung.
Diesmal widmet sich Malvani im Klavierzyklus „Drei Bilder“ den Geschichten hinter dem Bild. „Der Müllmann“ hat Anlehnung zu Schuberts „Der Leiermann“. Bei Malvani wird der Tod zum Kreislauf unseres Mülls, dem wir nicht entkommen können und der uns leise aber sicher erstickt. „Die Krähe“ trägt hinter ihrem Ruf ein Lied für uns, die der Veränderung mit Angst begegnen. „Lichthalde“ ist der Ort an dem all das Licht geparkt wird, dass ungenutzt darauf wartet recycelt zu werden.
Frederic Chopins Ballade Nr. 3 ist für Malvani ein Gemälde, das einen Zustand der Metamorphose zeigt. Der Moment von Unwissenheit zur Gewissheit. Hinter scheinbarer Naivität verbirgt sich oft die Umkehr des Guten. Dazu eine Auswahl von Miniaturen von Walzern, Mazurkas und Nocturnes.
Eintritt: 30 Euro / 15 Euro (ermäßigt), Karten an der Abendkasse ab 18.30
Kunstverein Familie Montez, Unter der Honsellbrücke 7, 60314 Frankfurt
www.puschanmousavi.com
// Foto: A. P. Englert