Das Ostend in Frankfurt ist ein Stadtteil, der dem ständigen Wandel unterliegt. Zuletzt 2015 durch den Bau des neuen Gebäudes für die Europäische Zentralbank. Der neue Glaspalast verdrängte noch die letzten Erinnerungen an die ehemalige Großmarkthalle, die dort einmal stand. Heute ist der Osthafen noch aktiv mit seiner Logistik, Industrie, Containern und Schienen, doch auch außerhalb des Hafengebiets hat sich im Ostend viel getan.

Flößerbrücke

Die Straßenbrücke „Flößerbrücke“ verbindet Sachsenhausen mit dem schönen Ostend, sonst werden die Stadtteile durch den Main getrennt: Eine Einbahnstraße mit einer Länge von 221 Metern. Sie wurde den Frankfurtern durch das Tuesday Night Skating in den späten 90ern ein Begriff. Was als private Veranstaltung begonnen hatte, wurde alsbald von der Stadt übernommen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Rund 1000 Skater sind hier nachts über die Brücke in die Innenstadt gerauscht. Bis 2013 war dies der Haupthotspot für Skater. Ab 2014 wurde der Treffpunkt an den Hafenpark verlegt und ist seitdem dort verblieben.

Frankfurter Zoo

Den Zoo in Frankfurt gibt es im Ostend bereits seit 1974. Den Zoo gibt es allerdings schon seit 1858, er war damals noch im Westend angesiedelt. Im Ostend gab es jedoch mehr Platz für neue Gehege und auch ein Aquarium. Nach dem Ersten Weltkrieg war aufgrund der Nahrungsknappheit der Tierbestand des Zoos massiv gefährdet und so übernahm die Stadt Frankfurt den Zoo. Seitdem hat sich viel getan. Für Affen, Giraffen und auch Erdmännchen wurden neue Anlagen errichtet. Der Tierbestand ging seit den 50er Jahren stetig nach oben.

Dennoch handelt der Zoo immer nach dem Motto „Tiere erleben – Natur bewahren“. Daher beteiligt sich der Zoo aktiv am Artenschutz in den Ländern von bedrohten Tieren. Bereits in den 80er Jahren hatte der Zoo darauf verzichtet, Elefanten zu halten. Mit seinen elf Hektar Fläche konnte der enorme Platzbedarf der Dickhäuter nicht artgerecht gedeckt werden.

Übrigens hat der Zoo gerade erst eine neue Drehbürste für seine Ziegen angeschafft. Richtig glücklich und zufrieden nutzen die Ziegen das Gerät. Eine nach der anderen hält ihren Rücken darunter und man sieht ihnen an, dass sie es sichtlich genießen.

Naxoshalle

Die Naxoshalle ist eine ehemalige Fabrikhalle und wird heute vor allem für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sie ist Spielstätte des Kabaretts „Die Käs“ und des „Theater Willy Palm“. Auch als Kino für Dokumentarfilme wird die Halle genutzt. Darüber hinaus nutzt auch das Atelier des Jugendladens Bornheim die Halle, um junge Erwachsene zwischen 12 bis 27 Jahren in ihrer Entwicklung, durch die Darstellung alltäglicher Probleme in kreativen künstlerischen Werken zu begleiten und zu unterstützen.

Doch ist die Naxoshalle aufgrund einiger Mängel die letzten Jahre in Verruf geraten. Die Stadt Frankfurt hat eine halbe Million Euro für den Umbau der Halle zur Verfügung gestellt, um die von Bauaufsicht und Brandschützer angekreideten Mängel zu beseitigen. Seitdem wird die Halle gut und gerne genutzt.

Zuletzt gab es Streit um das Graffitiprojekt für Jugendliche, die sich dort ausleben durften. Jedoch fühlen sich einige Anwohner durch die Jugendlichen gestört und auch die gelebte Kunst ist vielen dort ein Dorn im Auge. Seitdem wünschen sich Anwohner dort einen Zaun. Bekommen haben sie den Zaun allerdings nicht. Noch heute können Anwohner die kreativen Graffitis von ihrem Fenster aus betrachten.

Frankfurt School of Finance & Management

Durch die Errichtung der privaten, aber staatlich anerkannten Wirtschaftsuniversität School of Finance & Management hat das Viertel zunehmend an Attraktivität gewonnen. Gemäß internationalen Hochschulrankings ist die Frankfurt School of Finance & Management eine der führenden Hochschulen in Europa im Bereich Wirtschaft und Management. In Deutschland wurde sie sogar zur besten privaten Business School des Landes gewählt.

Mit dem globalen Netzwerk der Hochschule profitieren Studenten und Lehrende von den zahlreichen Kontakten. Durch den hohen Praxisanteil werden die Studierenden bestmöglich auf das Berufsleben vorbereitet. Durch individuelle Betreuung und persönlichen Kontakt zu den Dozenten bietet die Hochschule ein hervorragendes Lehrprogramm.

Weseler Werft

Das Gebiet um die Weseler Werft war früher mal ein Industriegebiet mit Schrottplätzen und Schuttgütern, heute ist es eine beliebte Freizeitfläche. Der über zwei Hektar große Park bietet Familien große Wiesen zum Picknicken und Frisbeespielen sowie einen Spielplatz mit verschiedenen Klettergeräten.

An die Geschichte des Ortes erinnert noch der Hafenkran, der inzwischen denkmalgeschützt ist, sowie die Gleise der Hafenbahn. Mit Blick auf den imposanten Turm der Europäischen Zentralbank dient dieses wunderschöne Gelände seit 2002 auch für das „Kulturfestival Sommerwerft“ als Veranstaltungsgelände.

Skatepark im Osthafen

Seit 2015 wurde die Fläche des Osthafens um den Skatepark erweitert. Er ist eine der größten Outdoor Skateparks in Deutschland. Wer Skatemoves auf hohem Niveau sehen möchte, ist hier genau richtig. Der Skatepark ist ausdrücklich nur für Fortgeschrittene Skater.

Der Park entstand durch die Brachflächen, die beim Bau der Europäischen Zentralbank entstanden sind. Sie wurden durch die geschwungenen Skateflächen mit neuem Leben erweckt. Hier entstehen imposante Bilder der Skater vor dem Turm der EZB.

Nach Eröffnung des Parks gab es einiges an Kritik: Da es jedoch keine Normen gibt, nach denen ein Skatepark erbaut wird, sondern dies immer individuell ausgemessen wird, hätten die Anregungen schon während der Bauphase mit einfließen müssen. Trotz allem ist der Park heute ein gutbesuchter Ort.

(Text & Fotos: TL)

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